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Zwei DM-Titel für Caroline Heuser – Schulterverletzung trübt erfolgreiche Bilanz

Alstadener Kanutin gewinnt in Brandenburg den Einer über 1000 Meter und den Vierer über 500 Meter – Bronze im Zweier – Auch Schüler des AKC mit guten Ergebnissen

 

Brandenburg. Kaum war die Weltmeisterschaft im polnischen Posen beendet, stand für Caroline Heuser bereits die nächste Herausforderung auf dem Programm. Bei den Deutschen Meisterschaften im Kanurennsport in Brandenburg legte die 19-jährige Kanutin des Alstadener Kanu Clubs eine bemerkenswerte Bilanz hin: Zwei deutsche Meistertitel und eine Bronzemedaille gingen auf das Konto der Oberhausenerin. Überschattet wurde das erfolgreiche DM-Wochenende allerdings von einer schmerzhaften Schulterverletzung.

 

Im Einerkajak über die 1000 Meter ließ Heuser der Konkurrenz keine Chance und sicherte sich den deutschen Meistertitel. Auch im Viererkajak über 500 Meter war die Alstadenerin mit der Renngemeinschaft des Kanu-Verbandes NRW erfolgreich. Eine weitere Medaille gab es im Zweierkajak über 500 Meter. Gemeinsam mit ihrer Partnerin aus der RG KV NRW paddelte Heuser auf den dritten Platz.

 

Weniger glücklich verlief dagegen das 500-Meter-Rennen im Einerkajak. Heuser hatte sich souverän für den Endlauf qualifiziert und lag dort im Kampf um die Führung, als die Schulter endgültig nicht mehr mitspielte. Rund 200 Meter vor dem Ziel musste die Oberhausenerin das Rennen abbrechen und wurde als Neunte gewertet.

 

„Das war nicht das, was ich mir erhofft hatte“, sagt Heuser enttäuscht. Bereits vor der Weltmeisterschaft in Posen hatte sie wegen Problemen mit der Schulter zwei Tage pausiert. Auch bei der WM machten sich die Beschwerden bemerkbar, die Rennen in Polen konnte sie jedoch noch bestreiten. „Ich dachte, zwei, drei Tage Pause und dann geht das schon“, erklärt die 19-Jährige.

 

Doch die Wettkampfbedingungen in Brandenburg machten der Hoffnung auf ausreichende Regeneration einen Strich durch die Rechnung. Wegen Unwettern mussten Rennen verlegt werden, die Pausen zwischen den Starts wurden dadurch teilweise kürzer. „Meine Schulter hat zwischen den Wettkämpfen wohl zu wenig Erholung bekommen“, vermutet Heuser. Bereits im Einer über 1000 Meter seien die Probleme wieder deutlich geworden. „In den Mannschaftsbooten habe ich mich so durchgewürgt, aber über 500 Meter ging dann nichts mehr.“

 

Die Konsequenz: Auch die Langstrecke am Sonntag musste Heuser abmelden.

 

Trainer Karsten Heuser sieht die Situation mit gemischten Gefühlen. „Ich hatte Caro gefragt, ob wir lieber nur die Langstrecke fahren, die restlichen Rennen streichen und der Schulter eine komplette Woche Pause geben“, berichtet er. Seine Athletin war allerdings überzeugt, die Meisterschaft durchziehen zu können. „Trotz ihrer Erfahrung hat sie sich da verschätzt“, sagt der Trainer zerknirscht.

Leipert fährt ins B-Finale

Auch die beiden Alstadener Nachwuchsfahrer Alina Mühle und Joel Leipert konnten bei den Deutschen Meisterschaften mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machen. Für die 13- und 14-Jährigen stand der Kanumehrkampf auf dem Programm. Der Wettbewerb setzt sich aus zwei Athletikübungen – in diesem Jahr Schlängellauf und Medizinball-Schocken –, einem 1500-Meter-Lauf, einem 100-Meter-Kajaksprint sowie der 1000-Meter-Kajakstrecke zusammen.

 

Mühle und Leipert erreichten dabei jeweils gute Mittelfeldplatzierungen. Für Leipert war es erst die zweite Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft. Im Einerkajak über 500 Meter zeigte der 14-Jährige bereits in Vor- und Zwischenlauf starke Leistungen und qualifizierte sich für das B-Finale. Dort belegte er den neunten Platz.

 

Zum Abschluss ging es für die Nachwuchsfahrer noch auf die 2000-Meter-Langstrecke. Leipert paddelte auf einen guten elften Rang, Mühle kam bei den 13-Jährigen auf Platz zwölf ins Ziel.

 

Für die jüngste Alstadenerin war insbesondere das große Starterfeld eine besondere Erfahrung. „Das hat Spaß gemacht. So viele Starterinnen haben wir sonst nicht in NRW im Rennen“, sagte Mühle zufrieden. „Ich war das vierte Boot aus NRW.“

Regeländerung verhindert Start von Schweizer Neuzugang

Nicht zum Einsatz kam dagegen der Schweizer U23-Nationalfahrer Silvan Diethelm, der seit diesem Jahr für den AKC Oberhausen startet. Der aus Romanshorn stammende Kanute war im Frühjahr mit dem Wunsch an den Verein herangetreten, bei den Deutschen Meisterschaften Wettkampferfahrung sammeln zu dürfen. Geplant waren Starts im Einerkajak über 200, 500 und 1000 Meter sowie gemeinsam mit Caroline Heuser im Mixed-Zweier über 500 Meter.

 

Daraus wurde jedoch nichts. Grund war eine erst vor kurzer Zeit erfolgte Regeländerung, nach der für Diethelm eine besondere Starterlaubnis des DKV-Präsidiums notwendig gewesen wäre. Die entsprechende Regelung war nach Angaben des AKC weder umfangreich kommuniziert worden noch dem überwiegenden Teil der hauptamtlichen Trainer bekannt.

 

Auch kurzfristige Eilanträge an die Wettkampf-Jury und das DKV-Präsidium, die noch am Abend nach Bekanntwerden der Problematik gestellt wurden, blieben ohne Erfolg.

 

„Für mich war das vollkommen neu. Das war einfach Mist – insbesondere für den Sportler, der extra angereist war und vor Ort vor vollendete Tatsachen gestellt wurde“, ärgert sich Karsten Heuser. Selbst innerhalb der Jury sei die Regeländerung nur einem Mitglied bekannt gewesen. „Dazu war Silvan diesem bekannt“, so Heuser. Ein kleiner Trost bleibt: „Ich war nicht der Einzige, der diese Änderung nicht kannte. Fürs kommende Jahr wissen wir jetzt Bescheid.“

 

Für die Alstadener Mannschaft heißt es nun zunächst einmal durchatmen. Nach einer kurzen Pause stehen die Nachsaison-Wettkämpfe auf dem Programm. Für Caroline Heuser fällt die Erholung dagegen etwas kürzer aus. Nach einer kurzen Regenerationsphase beginnt bereits die Vorbereitung auf den nächsten Saisonhöhepunkt: die Kanumarathon-Weltmeisterschaft vom 21. bis 25. Oktober 2026 in Argentinien.

 

Dort wird die 19-Jährige erneut international gefordert sein. Heuser soll im Einerkajak über den 3,5 Kilometer langen Shorttrack sowie im Zweierkajak über die 22 Kilometer lange Langstrecke antreten. Im Zweier wird sie gemeinsam mit der Berlinerin Lena Röhlings an den Start gehen.

 Siegerehrung K1 1000m  Siegerehrung K1 1000m 2  Langstrecke K1 Schülerinnen  K4 Damen LK Strecke  K4 Damen LK Strecke 2  K2 Heuser- Röseling 500 EL  

  K1 500 ZL Caro Heuser  K Joeöl Leipert 500m ZL  Joel Schlussspurt Langstrecke 1  Joel Leipert Langstrecke  Joel K1 500  Hanna Schlussspurt 1   Caro  Alina Schlussspurt Langstrecke  Alina Langstrecke 2  2 Platz K2 500m Damen LK 

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Veröffentlichung

Mi, 09. September 2026

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