Judo-Team Holten sagt NEIN zu sexualisierter Gewalt im Sport

Experten gehen davon aus, dass in jeder Schulkasse, in jeder Nachbarschaft, in jedem Sportverein Kinder zu finden sind, die Opfer sexueller Gewalt sind. Genaue Zahlen sind nicht bekannt, da viele Fälle nicht zur Anzeige gebracht werden. Wer sind die Täter? Wie gehen sie vor und vor allem: Wie kann man sexualisierter Gewalt vorbeugen? Das sind wichtige gesellschaftliche Fragen, denen sich, so unangenehm sie sind, auch der Sport stellen muss. Auf Einladung des Judo-Team Holten referierte daher jetzt Dagmar Ziege vom Stadtsportbund Köln, Koordinatorin des Qualitätsbündnisses zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport für das Rheinland, im Vorstand über das Thema und zeigte Präventionsmaßnahmen auf.


Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt im Sport: Alexandra Hagenguth (li.) und Jennifer Petrich (re.) vom Judo-Team Holten mit Referentin Dagmar Ziege (Mitte) vom Stadtsportbund Köln. (Foto: Judo-Team Holten)


„Kinderschutz im Verein ist gelebte Verantwortung – für die Kinder und für den Verein.“

„Die Wehrlosesten zu schützen, geht uns alle an. Keiner darf die Augen vor Gewalt und Missbrauch von Kindern verschließen. Als Sportverein, dem Kinder und Jugendliche anvertraut werden, stehen wir besonders in der Verantwortung. Wir nehmen sie an“, erklärt JTH’s 1. Vorsitzender Ralf Najdowski. „Der Vortrag von Frau Ziege war ein erster wichtiger Schritt, um mehr über das Thema zu erfahren.“ Doch dabei bleibt es nicht: JTH-Jugendwartin Jennifer Petrich und Pressewartin Alexandra Hagenguth werden sich Anfang März im Rahmen einer zweitägigen Fortbildung beim Stadtsportbund Dortmund als vereinsinterne Ansprechpartnerinnen für sexualisierte Gewalt im Sport schulen lassen. Weitere Maßnahmen wie die Entwicklung eines Interventionsleitfadens, Angebote für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern sowie Fortbildungen für alle Ehrenamtlichen im Verein werden folgen. Ohnehin müssen schon jetzt alle Trainer und Übungsleiter ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. „Es gilt, das Wichtigste zu schützen, was wir haben: unsere Kinder und das einzigartige Vertrauensverhältnis zwischen unseren Trainern und Nachwuchs-Judokas“, unterstreicht Jennifer Petrich. Klare Regeln im Umgang miteinander im Trainings- und Wettkampfbetrieb gehören zum Beispiel dazu und dienen dem Schutz aller Beteiligten: „Der Eigenschutz der Trainer ist ebenfalls ein wesentlicher Aspekt“, erläutert Alexandra Hagenguth und verdeutlicht, dass Präventionsarbeit in beide Richtungen wirkt. „Damit stellen wir sicher, dass das Judo-Team Holten für Kinder und Jugendliche auch in Zukunft ein vertrauensvoller und sicherer Ort des sportlichen Miteinanders, der Gemeinschaft, des gegenseitigen Respekts, von Spaß und Unbeschwertheit bleibt“, so Ralf Najdowski abschließend. Insgesamt, so schätzt das JTH, werden der Qualifizierungsprozess und die Etablierung der entsprechenden Strukturen rund zwei Jahre in Anspruch nehmen.

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